Nahrungsergänzungsfuttermittel für Haustiere
 
Was ist Cannabidiol (CBD)


Hanf (Cannabis sativa L.) ist eine der ältesten bekannten Kultur- und Heilpflanzen. Seine therapeutische Wirkung wird seit Jahrtausenden genutzt. Er enthält je nach Sorte und Züchtung über 750 bekannte Inhaltsstoffe, darunter rund 80 sogenannte Cannabinoide. Neben dem psychoaktiven Delta-9- Tetrahydrocannabinol (THC) ist Cannabidiol (CBD) der bekannteste und am besten untersuchte Wirkstoff der Hanfpflanze.

Cannabidiol (CBD) ist ein Phytocannabinoid und kommt exklusiv in Pflanzen der Gattung Hanf (Cannabis sativa und Cannabis indica)
vor. Cannabidiol weist keine psychoaktive Wirkung auf, macht nicht abhängig und untersteht nicht dem Betäubungsmittelgesetz.
Als mögliche therapeutische Wirkungen kommen antioxidative, antiinflammatorische, anti-konvulsive, antiemetische, anxiolytische oder antipsychotische Effekte in Betracht. Produkte, die CBD enthalten und THC-frei sind, werden zurzeit stark nachgefragt. THC-Werte von unter 1 % unterliegen nicht dem Betäubungsmittelgesetz.

Wie wirkt Cannabidiol?

Die Wirkungen von Cannabidiol (CBD) im Körper von Menschen und Tieren sind äusserst vielfältig und erfolgen über eine Vielzahl von Mechanismen. Cannabinoide sind natürliche chemische Botenstoffe. Endogene Cannabinoide werden im Körper selbst produziert und interagieren mit den Cannabinoid-Rezeptoren des endocannabinoiden Systems (ECS), um Grundfunktionen wie Stimmung, Appetit, Schmerz oder Schlaf zu regulieren.

Auch exogene Cannabinoide wie CBD sprechen das ESC an, das ein Teil des Nervensystems ist und im Körper von Säugetieren an einer Vielzahl physiologischer Prozesse beteiligt ist. Durch diese zentrale Rolle bei nahezu allen wichtigen Vorgängen im Körper von Mensch und Tier reguliert das ESC unter anderem den Schlaf, die Gemütslage und Schmerzempfindung; es steuert das Erinnerungs- und Lehrnvermögen, den Appetit und die Körpertemperatur sowie Entzündungserscheinungen und das Immunsystem.

Die primäre Funktion des ESCS ist die Erhaltung eines stabilen inneren Gleichgewichts trotz Veränderungen in der Aussenumgebung. Diese Selbstregulierungsfunktion des Körpers, die sogenannte Homöostase, ist für die Stabilität und Balance wichtiger physiologischer Körperfunktionen verantwortlich. Bei Krankheiten spielt die Über- oder Unterfunktion dieses Systems eine zentrale Rolle; eine optimale Auslastung scheint für die Gesundheit von Mensch und Tier essentiell zu sein. Das ESC umfasst zwei Arten von Rezeptoren (CB1 und CB2), die unterschiedlich auf verschiedene Cannabinoide reagieren. Cannabidiol (CBD) bindet sich im Gegensatz zu THC nicht direkt an die Rezeptoren, sonder stimmuliert deren Aktivität. Die führt zu Veränderungen aller Zellen, die einen der beiden Rezeptoren beinhalten.

Wenn CBD mit dem endocannabinoiden System interagiert, bewirkt es die Freisetzung oder Hemmung von Körpereigenen Cannabiden, die nur dann synthetisiert werden, wenn der Körper signalisiert, dass sie akut benötigt werden. Bei infektiösen oder immunologischen Störungen, Schmerzen, Entzündungen, Angina, Phobien, Tumoren usw. produziert der Körper nicht genügend Endocannabinoide, was zu einem Verlust der Homöostase führt.

Durch die Supplementierung mit externem Canabidiol kann das ESC unterstütz und die beschriebenen Stymtome reduziert werden. CBD besteht aus aktiven chemischen Verbindungen, die mit dem Körpereigenen Canabinoid-Rezeptoren im Gehirn und im Körper interagieren und synergetisch das innere Gleichgewicht fördern oder wiederherstellen, um Entzündungen, Angstgefühle, Schmerzen, Depressionen, Nausea usw. zu reduzieren.

Weiter verstärkt CBD die Signalgebung durch Adenosin-Rezeptoren. Diese sind für den Schlafrhytmus mitverantwortlich und blockieren unter anderem die Ausschüttung von aktivierenden und belebenden Botenstoffen im Nervensystem, sogenannte Neurotransmittern. Ausserdem haben sich Cannabinoide, einschliesslich CBD, als wirkungsvolle Antioxidantien, also als Fänger von freien Radikalen, erwiesen.


Welches sind die Einsatzgebiete für Cannabinoide in der Humanmedizin?

In den vergangenen Jahren wurde die Wirkung des nicht-psychoaktiven Cannabidiol (CBD) sukzessive aufgeschlüsselt.

Im Folgenden wird die Datenlage zu einigen wichtigen Anwendungsgebieten von Cannabidiol (CBD) kurz dargestellt.


Angstzustände / Stress

Cannabidiol wurde in 32 präklinischen Studien bei Tiermodellen in Bezug auf Angsstörungen und Stress (allgemein Angstzustände, akute und chronische Stress-iduzierte Angstreaktionen wie z.B. Prädator-Stress, Panikattaken und induzierter Stress) untersucht. Diese Tierstudien zeigten eine eindeutig positive Wirkung von CBD bei Angst- und Stresssymtomen bei einem exzellenten Sicherheitsprofil. Insgesamt wurden dabei anxiolytische und antikompulsive Wirkung von CBD sowie eine Verbesserung der Angstsymptome und ein Schutz gegen die langfristigen Auswirkungen von Stress nachgewiesen. Diese Wirkung wurde allgemein bei niedrigen Dosierungen beobachtet. Präliminäre Beobachtungen aus klinischen Studien beim Mensch gehen in dieselbe Richtung. (Q1)


Entzündungen / Schmerzen / Alterungsprozess

Verschiedene Studien bei Tieren und Menschen zeigen, dass CBD über antioxidative und antientzündliche Wirkungen verfügen, mit dazugehörigem vielversprechendem Potentzial für die Behandlung von zahlreichen Erkrankungen (insbesondere rheumatoide Arthritis, Diabetes, Atherosklerose, sowie neurodegenerative und kardiovaskuläre Erkrankungen). Präliminäre Beobachtungen zeigen sogar, dass CBD die Entzündungen viel stärker beeinflussen könnte als über die reine Reduktion des oxidativen Stresses, zum Beispiel indem CBD die inflammatorischen Signalwege direkt oder indirekt moduliert. (Q2,3)


Krebs

Cannabinoide werden derzeit bei an Krebs erkrankten Menschen eingesetzt, insbesondere um den Verlust von Körpergewicht, Schmerzen und Appetitlosigkeit zu kontrollieren. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass CBD zusätzlich zu seinen bekannten analgetischen und spasmolytischen Wirkungen auch antiproliferative und proapoptotische Effekte aufweist (in vitro) und im Stande ist, die Migration, Adhäsion und Invasion von Krebszellen zu verhindern (in vivo). Beobachtungen beim Tier legen den Schluss nahe, dass CBD auch beim Menschen ein potentes Onkologikum zur Hemmung des Tumorwachstums und der Metastasierung sein könnte. (Q4)


Wie verträglich ist Cannabidiol?

Bei der Anwendung von THC-haltigem Cannabis ist es primär das THC, das mit seiner berauschenden Wirkung für eine Reihe unerwünschten Nebenwirkungen verantwortlich ist. Diese können beim nicht-psychoaktiven Cannabidiol (CBD) von vorne herein ausgeschlossen werden.

Als alleiniger Wirkstoff wurde Canabidiol (CBD) in einer grossen Anzahl von Tier- und Humanstudien untersucht. Die in diesen Studien (Q5) erhobenen Sicherheitsdaten zeigen, dass die Einnahme von CBD sowohl für den Menschen als auch für das Tier ein gutes Verträglichkeitsprofil aufweist, und es wurden keine bedenklichen Nebeneffekte festgestellt. Dies gilt für einen breiten Dosierungsbereich und für verschiedene Verabreichungsregime an Patienten mit unterschiedlicher Indikationen.

In der Schlussfolgerung einer Metastudie (Q6) heisst es: "Mehrere Studien deuten darauf hin, dass CBD nicht toxisch ist, keine Veränderungen in der Nahrungsaufnahme hervorruft, keine physiologischen Parameter (Herzrate, Blutdruck und Körpertemperatur) beeinflusst, keine Magen-Darm-Effekte hat und keine psychometrischen und psychologischen Funktionen beeinträchtigt."


Kann Cannabidiol auch für Haustiere eingesetzt werden?

Cannabidiol fördert das Wohlbefinden des Tiers durch Unterstützung des Immunsystems, der natürlichen Abwehrkräfte sowie eines ausgeglichenen Verhaltens. 
Das führt zu einem breiten Feld von möglichen Einsatzgebieten von Cannabidiol beim Haustier.

• Tiere mit Verhaltensstörungen:
Verhaltensprobleme sind weltweit der Hauptgrund für eine vorzeitige Euthanasie von Haustieren. Unerwünschten Verhaltensweisen liegen oft Angstzustände oder Stresserscheinungen zu Grunde, aber auch Krankheiten oder chronische und akute Schmerzen.
Das Endocannabinoid-System des Haustieres ist ein wichtiger Regulator der Angst-Stress- Reaktionen sowie der emotionalen Homöostase.

• Tiere mit chronischen oder akuten Schmerzen:
Die homöostatische Regulierung des Endocannabinoid-Systems spielt eine wichtige Rolle bei der Analgesie. In dem Teil des Gehirns, das die Schmerzempfindung kontrolliert, findet sich ein höheres Level an CB1-Rezeptoren. Die CB1- und CB2-Antwort im  ervensystem nimmt bei Schmerzempfindung zu.

• Ältere Tiere mit degenerativen Symptomen:
Der Alterungsprozess wird weitgehend durch oxidative und entzündliche Prozesse
vorangetrieben. Das Endocannabinoid-Systems des Hundes ist einer der Schlüsselfaktoren bei
der Redox-Regulation und der Bekämpfung des Alterungsprozesses.


Schlussfolgerung

Cannabidiol (CBD) ist ein natürlicher Wirkstoff aus der Hanfpflanze, der über einzigartige therapeutische Attribute und mehrere vorteilhafte Wirkungsmechanismen verfügt. So steigert CBD über das körpereigene Endocannabinoid-System die homöostatische Regulierung des Nerven-, Hormon- und Immunsystems, die relevant für das Verhalten und die Schmerzempfindungen sind. Der natürliche Hanfextrakt verfügt über leistungsstarke antioxidative, antiflammatorische und zellschützende Funktionen zur Förderung der allgeimenen Gesundheit und zur Bekämpfung des Alterungsprozesses im gesamten Körper.

Die Wirksamkeit von CBD wurde in zahlreichen Anwendungsgebieten belegt, insbesondere bei Verhaltensauffälligkeiten, Schmerzen und altersbedingter Degeneration und Erkrankungen. CBD hat keine berauschende Wirkung, macht nicht abhängig und verfügt über ein exzellentes Verträglichkeits- und Sicherheitsprofil.


Q1 Blessing EM et al. Cannabidiol as a Potential Treatment for Anxiety Disorders. Neurotherapeutics, 2015 Oct; 12(4):825-36 

Q2 Booz GW, Cannabidiol as an emergent therapeutic strategy for lessening the impact of inflammation on oxidative stress. Free Radic Biol Med. 2011 Sep 1;51(5):1054-61

Q3 Burnstein S. Cannabidiol (CBD) and ist analogs: a review of their effects on inflammation. Bioorg Med Chem. 2015 Apr 1;23(7):1377-85

Q4 Massi P et al. Cannabidiol as potential anticancer drug. Br J Clin Pharmacol. 2013 Feb;75(2):303-12

Q5 Zuradi AW et al. A critical review of the antipsychotic effects of cannabidiol:30 years of a translational investigation. Curr Pharm Des. 2012;18(32):5131-40

Q6 Bergamaschi MM et al. Safety and Side Effects of Cannabidiol, a Cannabis sativa Constituent. Current Drug Safety, 2011. Vol.6, No. 4

Text: Virbac, Cannabidiol (CBD) ein aktuelles Thema, Literaturservice Oktober 2017